Lehren aus Corona : Ehret die Nudel!

Sie haben da..., stammelt die legendäre Hildegard in Loriots Sketch „Die Nudel“ und verweist angewidert auf eine verirrte Teigware im Gesicht des sie umwerbenden Mannes. Heute jedoch würde sie sich leidenschaftlich verzehren – nach der Nudel.

Wie wertvoll dieses Nahrungsmittel ist, haben die Hamsterkäufe in der Corona-Krise deutlich gemacht. Kein Brot, kein Reisgericht kann es offenbar an Beliebtheit mit der Nudel aufnehmen. Bei Pasta mit Trüffel ist die Nudel bald rarer als der knollige Pilz. Und vermutlich stünde über jedem Supermarkt längst „Ehret die Nudel“, wären nicht Missverständnisse mit Feministinnen zu befürchten.

Aber möglicherweise strahlt der neue Glanz ja auch auf andere Nudeln aus. Schwimmnudeln etwa sollten endlich als coole Sportgeräte gewürdigt werden. Die „Ulknudel“ gehört wieder aus der Mottenkiste geholt. Ersetzt sie doch charmant den Begriff „Comedian“, der oft komischer ist als der Beitrag desselben.

Wer aber glaubt, seine hamsterkaufenden Mitmenschen hätten einen an der Waffel, muss umdenken. Möglicherweise haben sie, den neuen Umständen geschuldet, nur einen an der Nudel.