Glosse : Mutti als Influencerin

Früher gaben Mütter bisweilen gute Ratschläge. Das betraf auch Fragen dazu, was ihren Töchtern gut steht. Doch diese Zeiten haben sich grundlegend gewandelt.

Zwar kann es oberflächlich immer noch so wirken, als ob eine Mutter gern mal ihre Meinung zu Mode und Kleidung ihrer Nachkommen äußert – selbst dann wenn die Tochter zwischen acht und 80 Jahren sie gar nicht danach gefragt hat. Aber das ist keine Einmischung mehr, sondern ein total hipper Trend. Denn Mutti ist jetzt eine „Influencerin“.

Dieses moderne Wort für „Beeinflusserin“ jedenfalls legt eine Ipsos-Studie nahe. Darin sagen Frauen, auf wen sie in Schönheitsfragen am meisten hören – und 49 Prozent nennen da die eigene Mutter. Das ist natürlich nur die Spitze des Eisbergs.

Ganz ohne Zuhilfenahme sozialer Medien wie zum Beispiel des Instagram-Netzwerks nämlich geben Mütter als „Influencerin“ auch dem Verhalten ihres Kindes sehr gern „Likes“. Oder sie treten auch mal einen Ein-Personen-Shitstrom los, der in früheren Zeiten lediglich „Schimpfen“ hieß. Aber das war sprachlich eben noch nicht der letzte Schrei.

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