Glosse : Enthaarte Männer

Es wirkt wie ein Hohn. Obwohl manche Männerköpfe immer noch durch Pandemähnen zugewuchert sind, verkündet eine Umfrage: Mehr als drei Viertel der Männer enthaaren „mindestens eine Körperregion“.

Das soll eine Konzession an den weiblichen Geschmack sein. Doch das scheint ein haariges Argument. Denn wer hat da wirklich weitergedacht? Schließlich gereicht es kaum einer Frau zum Vorteil, wenn der Mann stundenlang das Badezimmer blockiert, weil er sich neben der Gesichtsrasur noch „mindestens eine Körperregion“ enthaaren muss. Mit dem fragwürdigen Ziel, dass am Ende alle Menschen so glatt wirken wie Babypopos, nur nicht so niedlich und irgendwann faltiger – ohne dass Haare diesen Zustand gnädig überdecken.

Männer über 45 immerhin haben diesen Umstand in ihrer Altersweisheit erkannt und lassen der Natur freien Lauf. Vielleicht auch weil sie wissen: Sie könnten noch so enthaart sein – wenn eine Frau es darauf anlegt, findet sie trotzdem ein Haar in der Suppe. Und es ist seltsamerweise niemals ihr eigenes.