Was uns sozialer macht : Innerer Überaugenwulst

Der Mensch ist ein Modell mit zahlreichen Basisfunktionen und kleinen Extras. Zum putzig-überflüssigen Schnickschnack zählten viele bisher die Augenbrauen – das allerdings völlig zu Unrecht. Denn diese dienen nicht nur dazu, Schweiß von den Augen fernzuhalten. Nein, sie machen uns Menschen auch viel sozialer.

Zumindest laut einer neuen britischen Studie verstärken bewegliche Augenbrauen nämlich die Mimik und Ausdrucksfähigkeiten des modernen Menschen – und machen damit evolutionär weitaus mehr her als ein bloßer Überaugenwulst. Das bedeutet auch: Allein anhand der Augenbrauen wäre der gebürtige Schwabe Theo Weigel vom Frühmenschen Homo heidelbergensis sofort zu unterscheiden. Das ist ein soziales Feintuning, das andere Lebensformen nur mit Neid erfüllen kann.

Außerdem wird nun endlich klar, warum Augenbrauen heute häufiger betont als gezupft werden. Soll das doch vermutlich soziale Kompetenz signalisieren. Und den Glauben daran, dass alle Menschen heute sozialer sind, verhindert oft nur dieser seltsame innere Überaugenwulst. Manche sagen dazu auch Gehirn.