Glosse : Umstellung

Der Klimawandel hat den Winter vermutlich eher abgeschafft als der Mensch im Oktober das Umstellen von Sommer- auf Winterzeit. Aber das Drehen an der Uhr hat ja auch Vorteile.

Schließlich fördert es nicht nur Feinmotorik und Gedächtnis. Es schafft auch durch Schlaflosigkeit ganz neue Grübel-Zeitfenster in der Nacht – und liefert somit prächtige Ausreden. Denn natürlich wäre mancher Mensch sonst leistungsfähig bis zur Nobelpreis- oder Marathon-Grenze. Kann aber jetzt nur im geistigen Standby-Modus schlapp auf dem Sofa herumhängen. Alles nur wegen der Zeitumstellung. Besonders Frauen leiden laut einer Forsa-Umfrage unter dem halbjährlichen Hin und Her – bei Männern stört sie das ohnehin schon, aber nun geht es ihnen auch noch bei der Uhr auf den Zeiger. Und die zusätzliche Stunde ist für Frauen natürlich besonders hart, können sie doch da etwa 50 zusätzliche Aktivitäten hineinpacken.

Kein Wunder also, dass jede Vierte laut Umfrage durch die Zeitumstellung gereizt oder müde ist. Ohne Zeitumstellung wäre es allerdings vielleicht sogar jede Zweite. Denn um angemessen gereizt zu reagieren, sind viele Frauen ab Montag einfach zu müde.

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