Glosse: Urlaub als guter Mensch

Glosse : Urlaub als guter Mensch

Früher fuhren viele hauptsächlich in Urlaub, um sich von der Arbeit zu erholen. Aber so einfach ist das heute nicht mehr.

So geben in einer Forsa-Umfrage 87 Prozent an, sie würden im Urlaub auf Umweltschutz achten. 62 Prozent machen gezielt Sport, 59 Prozent reduzieren aktiv ihren Stress. Aktiv! Und jeder Zweite ernährt sich auch noch gesünder. Mit anderen Worten: Der Urlaub ist offenbar die ideale Zeit, um der gute Mensch zu sein, der man schon immer sein wollte. Jedenfalls theoretisch.

Denn leider halten die guten Urlaubsvorsätze manchmal nicht lange an. Nach den ersten Tagen der Selbstoptimierung des Ferien-Ichs kommt manchmal der ketzerische Gedanke auf: Ich könnte eigentlich auch mal nichts tun. Jetzt gilt es einzuschreiten!

Stattdessen nämlich sollte der Reisende kritisch durchdenken, wie er die Umwelt durch sein Handeln am wenigsten schädigt, wie er Fehlbelastungen beim Sport vermeidet und üppige Mahlzeiten am Ferienort umgehen kann. Und dann kommt er, wenn er sein Gehirn optimiert hat, erstaunlicherweise zum Ergebnis: All das klappt am besten durch Nichtstun.

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