Glosse : Telefonate im Zug

Geschäftsreisende sind wesentlich sensibler als bisweilen gedacht. Fühlen sie sich doch etwa im Zug von Telefonaten gestört. Natürlich nur von denen der anderen.

So sind zwar laut einer Umfrage von AirPlus International 45 Prozent davon genervt, andere Gespräche mitzuhören. Aber nur fünf Prozent verzichten selbst während der Fahrt auf Telefonate. Unklar ist allerdings, ob es sich dabei um Rache-Telefonate handelt – nach dem Motto: „Macht kaputt, was euch kaputtmacht.“ Oder um eine Art Rivalität. Denn wer unter Geschäftsleuten als einziger nicht telefoniert, gilt möglicherweise als unwichtig oder sogar schon als gekündigt. Möglicherweise haben Geschäftsleute auch den Anspruch, ihre Mitreisenden ein wenig zu unterhalten.

Manchmal kommen natürlich leichte Missverständnisse auf. Denken erholungssuchende Privatreisende doch bisweilen tatsächlich, das „Psst-Symbol“ im Eisenbahn-Waggon würde ein Ruheabteil andeuten. Geschäftsleute aber haben längst erkannt, was es wirklich bedeutet: Wenn hier etwas am Telefon ausgeplaudert wird, dann bitte nur Geschäftsgeheimnisse.