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Tapfer trotz Bibbern
Zwangsfrühling

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Der Klimawandel wird zwar beklagt, aber dennoch sind viele Deutsche heimlich enttäuscht: Warum wird das warme Wetter seit Februar immer wieder unterbrochen? Zum Glück gibt es den Zwangsfrühling. Von Pia Rolfs

Dieser geht auf eine Einstellung zurück, die vom Wetter eher unabhängig ist. Schließlich hieß es schon bei Loriot: „Ich lasse mir von einem kaputten Fernseher nicht vorschreiben, wann ich ins Bett zu gehen habe.“ Also muss auch gelten: „Ich lasse mir von kalten Temperaturen nicht vorschreiben, dass ich drinnen bleibe.“


Deswegen frösteln Menschen auch an kühlen April-Tagen draußen im Café, manchmal mit Decken, manchmal unter Heizstrahlern. Sie bibbern über ihrem Cappuccino, aber versuchen trotzdem tapfer ein Sonnenbrillen-Gesicht. Irgendwann muss sich der Frühling dadurch doch herbei­zwingen lassen.

Und das Beste: Sollte hinterher der Verdacht aufkommen, dass der Frühlingserzwinger etwas fahrlässig mit seiner Gesundheit umgegangen ist, kann er das sofort entkräften. Weil er zwischen dem Schniefen und Husten noch röchelt: „Das ist nur Heuschnupfen! Es ist ja Frühling.“