Glosse Kennzeichne den Polizisten

Was haben Frühstückseier und Polizisten gemeinsam? Sie unterliegen in Hessen der Kennzeichnungspflicht. Und das soll sogar gesetzlich verankert werden. Als kleine Konzession an die Menschenwürde der Ordnungshüter werden trotz der ähnlichen Bezeichnung aber Unterschiede gemacht.

So trägt das Ei kein Namensschild, Polizisten wiederum bekommen keinen Strichcode mit Angaben zu Herkunft, Haltung (Bürostuhl oder Freilandhaltung auf Streife) oder Mindesthaltbarkeitsdatum. Vielleicht aber nur, weil viele Bürger diesen Code beim Kontakt mit dem Polizisten gar nicht entschlüsseln könnten. Dann müssten sie erst aufwendig Verbraucherschützer anrufen – oder eventuell gar Verbrecherschützer. Auch die Uniform der Polizisten ist kleidsamer, trägt doch das Ei höchstens mal sehr vorübergehend einen gehäkelten und nicht atmungsaktiven Eierwärmer – in der Osterzeit manchmal mit Hasenohren, die seine Würde noch weiter untergraben. Aber immerhin scheinen sich hessische Polizisten, vielleicht auch wegen der gemeinsamen Kennzeichnungspflicht, mit den Eiern zu solidarisieren. Denn sie wählen manchmal die Begrüßung „Ei gude wie“.