Glosse : Hunde im Internet

Die Digitalisierung hinkt in Deutschland in vielen Bereichen zurück, allerdings nur was Menschen betrifft. Denn Tiere sind offenbar schon heimlich weiter, hängen es aber nicht an die große Futterglocke.

So beherrscht fast jede Katze den Mausklick mit der Pfote, ohne darüber auch nur ein „Miau“ zu verlieren. Vögel haben den Kurznachrichtendienst „Zwitscher“ längst etabliert. Und in Witten gibt es jetzt sogar eine Online-Hundeschule – vermutlich für den Digital Native Hund – oder wie tierische Experten sagen: Digital Napftief.

Da lernt der Hund vielleicht, mit dem Vorderbein am Herrchen hochzuscrollen – dieser sagt dazu laienhaft: „Gib Pfötchen!“ Er bietet seinen Bauch als Touchscreen an, damit sein Mensch daran Wischbewegungen üben kann.

Denn wenn sich nur das Tier im Internet fortbildet, kommt es zu Missverständnissen. So haben Hunde, analog zum Computerspiel „World of Warcraft“ oft große Neigung zu „World of Wuffkraft“. Doch ihre Besitzer halten ihre Tiere immer noch für analog, schleppen sie zum Gassigehen in den Park und meinen dort: „Der will nur spielen.“