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Glosse: Granteln und Turteln am Valentinstag

Glosse : Granteln und Turteln

Am Valentinstag reden heute alle von der Liebe? Nein, nicht alle. Ein Bundesland im Süden Deutschlands widmet sich einer anderen Sprache: der Hassrede, neudeutsch „Hate Speech“.

Im Grund hängen beide Emotionen ja auch eng zusammen. In alten Hollywood-Komödien kam am Ende das Paar zusammen, das sich anfangs hasste – vielleicht als eine Art Ehe-Vorbereitung. Heute dagegen entsteht Hass oft aus enttäuschter Liebe. 

Umso wichtiger also, Liebe und Hass zumindest sprachlich sauber zu trennen, gerade in der beliebten, aber oft unverständlichen Fremdsprache Bayerisch. Deswegen ist dort ein eigener Hassreden-Beauftragter längst überfällig! Nur er kann nämlich klären, ob „Saupreiß“, „Bazi“, oder „Hirndappiger“ gerade hasserfüllt oder zärtlich gemeint ist. Könnte doch der Grat zwischen Granteln und Turteln schmaler sein als gedacht. Und möglicherweise ist sogar bayerisches Schweigen ein Zeichen von Zuneigung. Denn während der Schwabe meint: „Nicht geschimpft ist genug gelobt“, gilt beim Bayern vielleicht analog: „Nicht gehasst ist genug geliebt.“ Aber das versteht eben niemand, wenn er nur auf Bayerisch schweigt.