Glosse : Einer röchelt mehr

Was sich in deutschen Betten abspielt, blieb bislang oft unter Decken verborgen. Doch jetzt endlich ist klar: Es geht dort müder zu als gedacht.

So berichten Forscher der Universität Kiel, wer das Bett mit einem Partner teile, habe einen besseren und längeren Traumschlaf. Jedenfalls wenn beide jung, gesund sind und keiner schnarcht. Oder wie der Laie in diesem Fall sagen würde: fast nie.

Dennoch trifft es zu, dass die Schlafmuster von Bettgenossen sich einander angleichen: Wenn der eine sich herumwälzt, liegt meistens auch der andere wach. Und während junge Paare noch Traumphasen mit so genanntem REM („Rapid Eye Movement“) haben, geht es später eher um die EMR-Phasen: Einer röchelt mehr.

Natürlich stimmt auch, dass das Schlafen im Doppelbett die soziale Interaktion fördert. Wird doch die körperliche Begegnung beider Partner im Verlauf einer Nacht oft deutlich intensiver. Denn viele stupsen den Schnarcher erst vorsichtig an – dann stoßen sie hemmungslos mit dem Ellenbogen zu. Und wovon sie dabei träumen, hat glücklicherweise noch niemand erforscht.