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Glosse: Das fehlende Puzzleteil

Glosse : Das fehlende Puzzleteil

Puzzlen statt Klopapier-Horten. Was ist das für eine neuer Corona-Trend?

Manche fragen sich, wo eigentlich die Toilettenpapier-Käufer geblieben sind – und die Antwort lautet: Sie puzzeln. Der Trend ist also quasi vom stillen Örtchen ins geistige Kinderzimmer geschwenkt.

Etliche Erwachsene entdecken nämlich jetzt offenbar ihre Vorliebe für das Zusammenfügen von Teilchen wieder. Die Nachfrage nach Puzzles sei derzeit „heftigst“, heißt es beim Spielehersteller Ravensburger. O tempora, o Teilchen!

Dabei besteht der Suchtfaktor des Puzzles offenbar darin, dass es zwar aufwändig, aber zu lösen ist. Es bietet damit mehr Erfolgserlebnisse als ähnliche Beschäftigungen wie das Zusammenbauen von Regalen, das Reparieren von Elektrogeräten oder den Versuch, das Verhalten von Männern zu verstehen. Denn dabei bleibt immer etwas übrig, was ins Gesamtbild nicht hineinpasst.

Außerdem steht beim Puzzle die Anzahl der Teile fest. Im Rest-Leben dagegen bleibt mangels Vorlage oft unklar, was das fehlende Puzzleteil ist. Und einige glauben irrtümlich sogar, den „Missing Link" zu entdecken – das fehlende Puzzleteil zwischen Urschleim und Hyäne. Dabei ist es bei näherem Hinsehen nur ihr Kollege.