Glosse : Darwins Notizen

Wer weiß, wie viele große Ideen wegen verloren gegangener Notizzettel der Welt vorenthalten wurden. Aber nun wird die Lage ernst.

So sind Notizbücher des Forschers Charles Darwin seit 20 Jahren verschwunden, was aber der Universitätsbibliothek in Cambridge erst jetzt auffiel. Das weckt Zweifel an einer perfekten Organisation. Doch wer frei von Zerstreutheit ist, werfe den ersten Stein – sofern er ihn überhaupt findet.

Wichtig scheint jedoch die Frage, ob damit tatsächlich wertvolle Informationen verloren gingen. Vielleicht stand auf einem Zettel die Fußnote: „Auf Seitenwegen der Evolution könnte eine Vorstufe des modernen Menschen, Homo trumpus, weit kommen.“ Oder die Selbsterinnerung: „Muss noch korrigieren: Nicht der Fitteste überlebt, sondern der Fieseste“.

Und möglicherweise wird auf einem versehentlich zerknüllten Papier enthüllt, wie Charles Darwin mit geheimen Deutschkenntnissen schließlich auf die Evolutionstheorie kam. Weil er beim überraschenden Besuch eines Verwandten dachte: „Ich glaub, mich laust der Affe.“