Glosse : Bockdown und Gagdown

Ob Lockdown das Wort oder Unwort des Jahres wird, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall ist es stilbildend und könnte durchaus ähnliche Begriffe im Alltagsleben nach sich ziehen.

Denkbar wäre zum Beispiel, dass Hundebesitzer den Befehl „Sitz!“ oder „Platz!“ künftig durch „Dogdown“ ersetzen. Das ist einfach trendiger – auch wenn das Tier daraufhin möglicherweise das Handabschlecken verweigert – ein ganz klarer „Leckdown“. Wer mindestens vier Wochen auf chinesisches Essen verzichtet, könnte mit Fug und Recht einen „Wokdown“ ausrufen. Und verspürt jemand auf all das keine Lust, hat er nicht wie bisher etwa „null Bock“, sondern vermutlich nur einen zeitlich befristeten „Bockdown.“

Schlimmer wird die Situation aber, wenn zu einem Thema – wie beispielsweise dem legendären Berliner Flughafen – nach neun Jahren Spott die Witze ausgehen. Denn möglicherweise handelt es sich dabei um den gefürchteten „Gagdown“. Und wen auch das nicht mehr schreckt, der hat ohne Zweifel das ultimative Stadium der Gelassenheit erreicht: den Schockdown.