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Jamaika sucht Gemeinsamkeit : Die Schnürsenkel-Koalition

Jamaika sucht Gemeinsamkeit : Die Schnürsenkel-Koalition

Nach zwei Wochen des Stichelns, Vertagens und Balkon-Winkens  haben die Verhandler in Berlin gerafft, dass das Bild  azurblauer Strände und kiffender Rasta-Männer nicht reicht, Jamaika zur Trauminsel zu machen.

Seitdem überschlagen sich die Streithähne mit tollen Überschriften für ihr Schwampel-Projekt und bringen dabei die Erfahrungen aus den Gesprächen ein. Zunächst wurde ,,Digitalisierung“ als Jamaika-Leitwort favorisiert, aber der Verweis auf die Welt aus Nullen und Einsen reflektiert wohl zu sehr die bisherige Jamaika-Stimmung: Geht, geht nicht, geht, geht nicht. . .  Schließlich bot Peter Altmaier die Nachhaltigkeit als Überschrift an. Das erinnert aber zu sehr daran, dass die Nation schon jetzt nachhaltig genervt von Jamaika ist. Pragmatischer war Angela Merkel. Sie gab nun die Parole aus, man werde schon „die Enden zusammenbinden“. Hinter diesem Leitgedanken können sich auch die widerspenstigsten Verhandler vereinen – wenn auch mit eigener Interpretation: Horst Seehofer und Jürgen Trittin wurden schon dabei ertappt, wie sie unterm Verhandlungstisch die Schnürsenkel der Teilnehmer zusammenbanden. Damit alle auf die Nase fallen.