Glosse : Deko für den Januar

Das Entweihnachten hat in den meisten Wohnungen schon begonnen. Doch einige klammern sich noch verzweifelt an den bereits nadelnden Baum. Denn für den Januar fehlt einfach die passende Deko.

Der Handel bietet in seiner Hilflosigkeit schon Frühjahrsblumen an. Aber von der Tanne zur Tulpe ist der Übergang einfach zu abrupt – und wer weiß, ob es nicht auch zum Klimawandel beiträgt, wenn der Winter sich nicht mehr geliebt fühlt.

Dabei ließen sich einige Phänomene des Januars doch auch sehr schön in Dekoration ausdrücken. So könnte ein Zentimeter-Maßband von der Decke baumeln, um den Abnehmwillen zu symbolisieren. Es lassen sich auch Papierschiffchen aus Gutscheinen basteln, die man doch nicht einlöst. An kahle Zweige passen die neuen Fitness-Studio-Mitgliedskarten dran, damit man sie zwar zeigen kann, aber nicht benutzen muss.

Um die Januar-Stimmung aber wirklich perfekt in Deko-Sprache zu übersetzen, sollte jeder, am besten frühmorgens, einen Nagel in die Wand hämmern. Das zeigt dann auch eindrucksvoll den Nachbarn, woran man mal bald den letzten guten Vorsatz hängt.