Corona und die Folgen Nicht ins Gesicht fassen

Die Corona-Vorbeugung erfordert immer drastischere Maßnahmen. Aber eines erscheint fast unmöglich: sich nicht mehr ins eigene Gesicht zu fassen! Schließlich gründet darauf nicht nur eine zärtliche Selbstbeziehung, die dem melancholischen Selbstlausen der Affen nahekommt.

Nein, das Berühren des eigenen Gesichts ist auch Grundlage für viele liebgewonnene Gesten, die die Kommunikation erst möglich machen. Wie soll man etwa dem Mitmenschen einen Vogel zeigen, ohne die Stirn mit dem Zeigefinger zu berühren? Wie Langeweile ohne demonstratives Gähnen mit der Hand vor dem Mund signalisieren? Wie soll man sich nicht an den Kopf fassen, wenn man sieht, was die Kinder oder Kollegen angerichtet haben? Manches ließe sich zwar durch Schreien ersetzen. Aber dann hält sich der andere vielleicht die Ohren zu und berührt sich damit wieder selbst.

Möglicherweise gibt es weitere Lösungen. Aber wie darauf kommen, wenn man sich beim Nachdenken nicht mehr am Kopf kratzen darf? Und Schuld daran sind die anderen. Nur die anderen! Denn sich an die eigene Nase zu fassen ist ja nicht mehr möglich.