Linksfraktion nennt Auftritt der Ex-Saar-Regierungschefin im Untersuchungsausschuss zum Kindesmissbrauch im Uniklinikum Homburg verfrüht

Kostenpflichtiger Inhalt: Untersuchungsausschuss zum Kindesmissbrauch im Uniklinikum Homburg : Kramp-Karrenbauer im Zeugenstand

Ende Februar wird die CDU-Bundeschefin und Verteidigungsministerin als Zeugin vor dem Untersuchungsausschuss aussagen.

Zu einem von der Öffentlichkeit viel beachteten Auftritt als Zeugin wird CDU-Bundeschefin und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer am Freitag, 28. Februar. in Saarbrücken erwartet. Sarah Joseph, Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion bestätigte der SZ, dass Kramp-Karrenbauer im Landtags-Untersuchungsausschuss zum mutmaßlichen Kindesmissbrauchs-Skandal im Homburger Uniklinikum gehört werde. Zuerst hatte der SR darüber berichtet. Kramp-Karrenbauer hatte angegeben, erst im April 2019 von dem Verdacht gegen einen 2016 verstorbenen Assistenzarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie erfahren zu haben. Die CDU-Chefin war in den Jahren, in denen der Arzt in der Ausscheidungs-Ambulanz seine Taten begangen haben soll, Ministerpräsidentin und Wissenschaftsministerin.

Dennis Lander, Abgeordneter der Linksfraktion und Mitglied der Untersuchuchungsausschusses, erklärte der SZ, die Ladung Kramp-Karrenbauers sei „völlig verfrüht“. Es lägen noch nicht einmal die Protokolle des Uniklinikum-Aufsichtsrats aus dem fraglichen Zeitraum vor.  „Durch die frühe Ladung als Zeugin soll ihr ein Persilschein ausgestellt werden“, meinte Lander. Aus heutiger Sicht müsse man feststellen: Entweder Kramp-Karrenbauer habe nichts gewusst von den Vorgängen, dann sei sie ungeeignet gewesen, die Aufsicht übers Uniklinkum zu führen. Oder sie habe etwas gewusst und mit Blick auf die Wahlen und das Image geschwiegen. „Das wäre unverantwortlich“, sagte Lander.