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Zum Tod des Kurators Christoph Vitali

Welt der Kunst : Kunst zum Erleben: Zum Tod des Kurators Christoph Vitali

Der renommierte Ausstellungskurator Christoph Vitali ist im Alter von 79 Jahren gestorben (wir berichteten). Vitali war von 1985 bis 1993 Geschäftsführer und erster Direktor der Kunsthalle Schirn in Frankfurt, danach leitete er jahrelang das Haus der Kunst in München.

Er ging danach nach Basel zur Fondation Beyeler (2003 bis 2007). Dann war er kurz Interimsintendant der Bundeskunsthalle Bonn. Allein in München verantwortete er mehr als 100 Ausstellungen. Der in Zürich geborene Sohn eines Bildhauers und einer Lehrerin schlug als promovierter Jurist zuerst die Anwaltslaufbahn ein. Erst danach kam er als Quereinsteiger zur Kunst und leitete von 1971 bis 1978 das Kulturreferat seiner Heimatstadt.

Ab Mitte der 80er Jahre machte er sich als Leiter der Schirn-Kunsthalle am Römerberg mitten in Frankfurt mit einem großen Spektrum von Ausstellungen auch international einen Namen. So zeigte er in der Schirn 1989 mit Wassily Kandinsky die erste sowjetische Retrospektive und trug 106 Bilder des in seiner Heimat verschmähten Künstlers für die Ausstellung zusammen.

Anfang 1994 trat der polyglotte Kunstmanager dann sein Amt in München an. Vitali machte den heruntergekommenen, 1937 von Hitler eingeweihten klassizistischen und für 50 Millionen Mark sanierten Nazi-Bau binnen kurzer Zeit zu einer der ersten Kunstadressen in Deutschland. Mit Ausstellungen wie „elan vital“, einer Zusammenschau der Klassischen Moderne, Roy Lichtenstein und der Barnes Collection lockte er Hunderttausende Besucher in das Haus am Englischen Garten.

Bayerns Kunstminister Bernd Sibler (CSU) sagte, Vitali habe die Gabe gehabt, die Menschen in der Kunst willkommen zu heißen, sie für alle erlebbar und erfahrbar zu machen – mit „großer Leidenschaft für Kunst und Liebe zum künstlerischen Detail“.