1. Nachrichten
  2. Kultur

Zum 3. Tanzfestival Saar kommen im März gefragte Choreografen und Kompagnien

Internationale Gäste in Saarbrücken und Saarlouis : Das Staatstheater bittet die Welt zum Tanz

Zum dritten Tanzfestival Saar kommen im März international gefragte Choreografen und Compagnien ins Land.

Stijn Celis, Ballettdirektor des Saarländischen Staatstheaters, lädt alle zwei Jahre renommierte Kollegen aus der internationalen Tanzszene ins Saarland ein. Und auch für die dritte Ausgabe des Tanzfestivals Saar, das in diesem Jahr im März über die Bühne geht, hat sich der bestens in der Tanzwelt vernetzte Celis gemeinsam mit Compagnie-Manager Klaus Kieser spannende Produktionen ausgewählt. Ein Höhepunkt ist sicherlich die „Carmen“ von Johan Inger, der dafür mit dem Ballett des Theaters Basel 2015 mit dem Prix Benois de la Danse ausgezeichnet wurde, der als der „Tanz-Oscar“ gehandelt wird (wir berichteten). Wer für diesen Abend noch Karten haben will, sollte sich beeilen, lässt das Theater wissen.

Mit den französischen Choreografen Noé Soulier und Jean-Claude Gallotta kommen zwei weitere Stars der internationalen Ballettszene nach Saarbrücken. Soulier zeigt sein hochgelobtes Stück „The Waves“ (6. März, Alte Feuerwache). „Er begreift Tanzsprache als soziales Phänomen und geht sehr theoretisch-philosophisch an seine Choreografien heran“, beschreibt Stijn Celis die Arbeit des 33-jährigen französischen „Shootingstars“. „My Ladies Rock“ von Jean-Claude Gallotta erzählt von Heldinnen der Rock-Musik, die mit Zorn und Mut die westliche Gesellschaft erschüttert haben, wie es im Programm heißt. Nach der Vorstellung am Sonntag (8. März), geht es rockig weiter im Mittelfoyer des Staatstheaters mit der Musical-Sängerin Aino Laos, die dort mit ihrer Band auftritt und zum Mittanzen und Feiern animiert. Denn die Party soll dieses Mal nicht zu kurz kommen – auch nicht nach dem Eröffnungsabend am Donnerstag (5. März).

Den gestaltet Stijn Celis als zweiteiligen Abend unter dem Motto „Future World“ und teilt ihn sich mit dem bekannten Choreografen Richard Siegal, dessen Stück „Liedgut“, das er 2014 für das Hessische Staatsballett kreierte, größtenteils auf Spitze getanzt wird und sich mit Tanz und Medientechnologie auseinandersetzt. Siegal ist ebenfalls ein bekannter Name in der Welt des Tanzes. Der ehemalige Forsythe-Tänzer hat sich mit seinen innovativen, spartenübergreifenden Projekten international einen Namen gemacht, ist unter anderem Träger des Deutschen Theaterpreises „Der Faust“ und des Münchner Tanzpreises 2013.

„Siegals Stück hat eine Art Latex-Optik, er benutzt elektronische Musik“, erläutert Stijn Celis und schlägt damit einen Bogen zum Titel des Abends „Future World“, für den er selbst sich von E.T.A. Hoffmanns schwarz-romantischer Erzählung „Der Sandmann“ hat inspirieren lassen – die berühmte Geschichte um die automatische Puppe „Coppélia“. In „Clara“ (Coppélias menschliche Gegenspielerin) thematisiert Celis das Verhältnis von Mensch und Maschine. „Wir sind gefangen in Technologie“, sagt Celis. „Clara steht hier für die Befreiung aus dieser Falle, für die Wahrheit“. Die Kostüme für sein Stück, das aber kein Handlungsballett ist, entwirft die Homburger Designerin Laura Theiss, die zuletzt bei „Spiegelungen“ mitwirkte und ansonsten international mit ihrem Mode Label erfolgreich ist. Man dürfe sich auf Futuristisches freuen, sagt Stijn Celis.

„Starke Frauen sind der rote Faden des Programmes“, ergänzt Klaus Kieser. Einen starken Auftritt erwarte das Publikum am Samstag, 7. März, wenn die Londoner Zwillingsschwestern Kristina und Sadé Alleyne „A Night’s Game“ in der Feuerwache zeigen. Die Schwestern bieten zudem einen Tanzworkshop an, der sehr körperlich sein werde, kündigte Kieser an (Tanzerfahrung ist sinnvoll).

Am Sonntag (8. März) wird es experimentell: Ambra Senatore aus Frankreich lädt ein zur „Promenade au Musée“ im Saarlandmuseum, wo sie eine Performance in der Man-Ray-Ausstellung entwickeln wird, die an diesem Tag endet. Tilman O’Donnell, der seine Tänzer-Karriere in Saarbrücken startete, widmet sich in seiner einstündigen Performance ohne Musik (!) einer Teetasse (Theater im Viertel in Saarbrücken). Sie trägt den Titel „The Manufactured Series: Duet #2: Made in China“.

Am Montag findet ein Tanzfilmabend im Saarbrücker Kino Achteinhalb statt. Die iMove-Tanzgruppe des Staatstheaters tritt am Sonntag (8. März) in der Feuerwache auf. Das Festival endet im Saarlouiser Theater am Ring am Dienstag (10. März) mit „Danser Casa“: Die französischen Choreografen Kader Attou und Mourad Merzouki kombinieren in ihrer Hommage an die marokkanische Stadt Casablanca Hiphop mit modernem Tanz. Auf der Bühne stehen eine Frau und sieben Männer. Attou gastierte auch schon im Le Carreau. Das Forbacher Theater ist in diesem Jahr allerdings kein Spielort, weil dort renoviert wird.

Die britische Musical-Sängerin Aino Laos tritt am 8. März in Saarbrücken auf. Foto: Anne Harmann

Karten gibt es unter der Telefonnummer (06 81) 3 09 24 86.