Zu hohe Erwartungen an Musikevent

Neues Saar-Festival : Wer zu viel erwartet, bekommt am Ende wenig

Ist es nicht die vornehmste Aufgabe von Kulturpolitik zu gestalten – und die eines Kulturpolitikers, sich darum zu reißen? Was im aktuellen Fall hieße: Kulturminister Ulrich Commerçon bestimmt den Kulturmacher, der das neue Festival auf die Beine stellt.

Mit allen Konsequenzen. Der Minister aber hat eine Jury berufen, die für ihn den Kurs absteckt und das Ziel markiert. Das ist zunächst mal clever. Floppt nämlich das neue Festival, stehen die Juroren quasi schon als Watschenfrauen und -männer bereit.

Nun kann man Commerçon einiges vorwerfen, nicht aber, dass er nicht bereit sei, einzustecken – und das ja auch oft genug tun muss. Trotzdem mutet er der Jury viel, wohl zu viel zu – ein solches Genie zu finden. Ein Festival, dass all das umsetzt, was man nun offensichtlich im Ministerium gerne hätte, müsste die eierlegende Wollmilchsau sein. Gibt es aber nicht. Und schafft es tatsächlich irgendwer, von all dem Gewünschten und noch dazu Großregionalen was unterzubringen, dürfte der ein ziemliches Allerlei präsentieren. Was aber kaum je als klare Marke funktioniert. Höchste Zeit also, die übertriebenen Erwartungen einzudämmen.