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„Von Fischen und Menschen“ von Stefanie Klemm erzählt nüchtern vom großen Drama

Filmfestival Max Ophüls Preis : „Von Fischen und Menschen“ im Spielfilmwettbewerb

Den Bruder retten oder das Kind der Frau, in die er sich gerade verliebt, schwer gefährden? Gabriel (Matthias Britschgi) hat diese Wahl gar nicht getroffen und muss doch ihren schlimmsten Folgen ins Auge blicken.

„Von Fischen und Menschen“ ist ein Wettbewerbsbeitrag um Schuld, Rache und Buße, der angesichts der Schwere des Themas durch seine Unaufgeregtheit auffällt.

In einem Tal der Schweizer Alpen (ja, Schwizerdütsch) betreibt Judith (Sarah Spale) eine Forellenzucht. Ihr bodenständiges Leben wird durch ihre sechsjährige Tochter Milla und den zugezogenen Mitarbeiter Gabriel (Britschgi, „Das Boot – Die Serie“) bereichert. Gabriel hat bei Milla einen Stein im Brett, und Judith beginnt, sich für den sensiblen Mann zu interessieren. Doch die Idylle wird gestört, als Gabriels drogensüchtiger Bruder auftaucht. Denn unschuldig an dessen desolatem Zustand ist Gabriel nicht.

Die Regisseurin und Autorin Stefanie Klemm hat nach zwei Kurz- und zwei Dokumentarfilmen ihren ersten Spielfilm gedreht, auch das Drehbuch stammt von ihr. Keine Szene, kein Satz ist hier zu viel. Dabei führt Klemm ihre Figuren sicher, und lässt ihren sympathischen Darstellern Raum. Das große Drama erzählt sie ohne Geschrei und Pathos, sondern mit der Sachlichkeit des Alltäglichen. Allerdings läuft sie damit auch Gefahr, dass das Ganze zu wenig berührt und stellenweise am Zuschauer vorbeizieht.