Unabhängige Verlage fürchten um ihre Existenz

Unabhängige Verlage fürchten um ihre Existenz

Mit einem als Hilferuf verfassten Offenen Brief hat sich die Kurt Wolff Stiftung, in der wichtige unabhängige Verlage organisiert sind, an Autoren und Übersetzer gewandt. Hintergrund sind Rückzahlungsforderungen der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) in Höhe von insgesamt 100 Millionen Euro. Zuvor hatte der Bundesgerichtshof (BGH) die jahrzehntelange Praxis für nichtig erklärt, derzufolge sich Verlage und Autoren Erlöse für physikalische und digitale Kopien urheberrechtlich geschützter Werke teilten. Bei belletristischen Werken gingen 30 Prozent an die Verlage, bei wissenschaftlichen die Hälfte. Durch die BGH-Entscheidung, dass die Erlöse nur den Urhebern zustehen, fürchten manche Verlage nun ihre Insolvenz. Die Kurt Wolff Stiftung spricht in ihrem Offenen Brief von "einer sehr ernsthaften Krise". Es drohe ein "Rückbau der kulturellen Vielfalt" der deutschen Verlagslandschaft. In ihrer Not fordern die unabhängigen Verlage die Solidarität von Autoren und Übersetzern. "Wir sitzen im gleichen Boot." Zugleich fordert man von der Politik umgehend Schutzmaßnahmen.

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