Steve Smith & The Groove alias "Blue Organ Trio" wirbelten im Saarlouiser Theater am Ring

Konzerte : Trommelwirbel, versetzt mit clownesken Einlagen

Blue Organ Trio brillierte im Saarlouiser Theater am Ring.

Was ist doch die Hammondorgel für ein besonderes Tasteninstrument! Einst gebaut, um den Klang einer Kirchenorgel in die Wohnstuben zu bringen, entwickelte sie schnell ein Eigenleben im Jazz- und Rockbereich. Sie wimmert, sie brüllt, sie jauchzt und sie klagt, wenn man sie richtig bedient. So erlebten das etwa 200 Zuhörer im Saarlouiser Theater am Ring, als dort das Blue Organ Trio beziehungsweise Steve Smith & the Groove gastierten (mal wurde der eine Name, mal der andere im Vorfeld angekündigt).

Hauptperson Smith ist auch Schlagzeuger bei der Rockband Journey und der Bekannteste des Trios. Die anderen beiden könnte er sich rein von den Namen her auch aus einem Mafiafilm besorgt haben: Vinny Valentino an der Gitarre und Tony Monaco an eben jener Orgel, die ja auch noch den Bassisten überflüssig macht, da sie über Basspedale verfügt. In Jakarta traten Smith und Valentino einst zusammen auf. Dort seien sie Monaco begegnet. Ein wunderbarer Zufall, der dafür sorgte, dass Jazz- und Hammondbegeisterte sich seither am Zusammenspiel der drei Ausnahmekönner erfreuen dürfen. Bluesiger Jazz, Uptempo Swing und ein Schuss Orient bestimmten das Programm des Saarlouiser Gastspiels.

 Steve Smith zeigte immer wieder sein exzellentes Schlagzeugspiel: Seine Wirbel dürften nur von wenigen Leuten dieses Planeten reproduzierbar sein. Inmitten des fortlaufenden Wirbelsturms setzte er die passenden Akzente zum Takt von Bassdrum und Hihat – sagenhaft. Dazu zeigte Smith eine kleine Slapstick-Einlage, indem er den wirbelnden Trommelstock ohne hörbare Unterbrechung von einer Hand in die andere übergab. Clowneske Anwandlungen waren auch bei Monaco feststellbar, der etwa sein eigenes Lachen auf der Orgel vertonte. Dass die angestaubte Elektrik seines Spielgeräts einmal kurz ausfiel, brachte den 59-Jährigen nicht aus der Ruhe. In dem Moment schlug die Stunde von Vinny Valentino, der von den Orgelsorgen ablenkte, indem er Blues-Tonfolgen vom Publikum nachsingen ließ.

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