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Song „Lookin‘ for a Leader 2020“ erregt Aufsehen.

Neil Young über Donald Trump : „Wir haben eine Stimme, um ihn abzuwählen“

Neil Young macht mit einem neu betexteten Polit-Song deutlich, was er von US-Präsident Donald Trump hält – gar nichts.

Sein größter Hit heißt „Heart Of Gold“ von 1972. Damals suchte Neil Young nach einem „Herzen aus Gold“ nur im Privaten – US-Präsident war da der Republikaner Richard Nixon, dessen Watergate-Skandal noch in der Zukunft lag. Inzwischen hat der Rocksänger seine Suche nach etwas Besserem so eindeutig wie nie zuvor auf die politische Ebene gehoben: Young ist im Wahljahr 2020 der wortgewaltigste, wütendste Antipode von US-Präsident Donald Trump in der US-Musikszene. Und er lässt nicht locker.

Jetzt bläst der 74-jährige Kanadier mit einem 14 Jahre alten, umgeschriebenen Polit-Rocksong zur Attacke auf Trump. „Lookin‘ for a Leader 2020“ ist zugleich ein flammender Appell, am 3. November die US-Demokraten zu wählen. Das Lied mit Youngs typischem Fistelgesang, Akustikgitarre und Mundharmonika, ursprünglich aus dem Album „Living With War“ (2006), wurde kurz nach seiner Veröffentlichung Zehntausende Mal auf YouTube abgerufen.

„Ja, wir hatten Barack Obama/ und wir bräuchten ihn jetzt dringend/ der Mann, der hinter ihm stand/ muss irgendwie seinen Platz einnehmen“, singt Young mit Blick auf den designierten demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden, der diese Woche offiziell zum Trump-Herausforderer gekürt werden soll. Und über Trump: „Amerika hat einen Anführer/ der Mauern um unser Haus baut/ der ‚Black Lives Matter’ nicht kennt/ und wir haben eine Stimme, um ihn abzuwählen.“ Und statt eines Präsidenten, der sich „in seinem Bunker versteckt“, wünscht sich der Musiker im Weißen Haus einen Politiker „mit großer Geisteshaltung“.

„Lookin‘ For A Leader 2020“ ist, wie oft bei Young, keine subtile Dichtkunst – kommt aber von Herzen. Nach dem Terrorangriff vom 11. September 2001 hatte der aus der Hippie-Bewegung der 60er stammende Songwriter mit „Are you passionate?“ ein patriotisches Album vorgelegt, das ihm viele Linke übel nahmen (wie zuvor seine kurzzeitige Parteinahme für den Republikaner Ronald Reagan). 2006 erschien dann „Living with War“, eine Platte, mit der sich Young am seinerzeit amtierenden Präsidenten George W. Bush abarbeitete – und so irritierte liberale Fans besänftigte.

Auch Neil Youngs Engagement für notleidende Landwirte („Farm Aid“), die Rechte der „Native Americans“ oder den Umwelt- und Naturschutz sind Teil seiner politischen Agenda über viele Jahrzehnte. Erst kürzlich sorgte der am 12. November 1945 im kanadischen Toronto geborene Sänger, Gitarrist und Bandleader (Crazy Horse, Promise Of The Real) für Aufsehen, als er endlich die US-Staatsbürgerschaft erhielt. Diese hatte der seit langem in Kalifornien lebende Young beantragt – um im November 2020 gegen Trump stimmen zu können.