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Homburg: Schuberts Forellen fürs Herz

Homburg : Schuberts Forellen fürs Herz

Die Homburger Meisterkonzerte überzeugten mit einem vielfältigen Programm.

„Meister von Morgen“, Preisträger des ARD-Musikwettbewerbes gestalteten das Meisterkonzert vergangene Woche im Homburger Saalbau. Man hätte ihnen mehr Publikum gewünscht, denn sie boten meisterlich ein vielfältiges Programm. In unterschiedlichen Kombinationen waren zu hören Andrea Obiso (Violine), Katarzyna Budink-Galazka (Viola), Bruno Philippe (Violoncello), Wies de Boeve (Kontrabass), Katerina Javurkova (Horn) und Wataru Hisasue (Klavier).

Ein „Intermezzo“ für Streichtrio von Zoltán Kodály eröffnete den Abend. Ungarische Motive, sauber und stimmungsvoll musiziert. Ein spätromantisches „Poème“ für Cello und Klavier, eine lyrische Petitesse des Belgiers Joseph Jongen, wurde, zurückhaltend begleitet, vom Cellisten mit schönem, satten Ton und geschmackvollem Vibrato ausgestattet. Im expressiven Trio op. 40 für Horn, Violine und Klavier von Johannes Brahms war feines Kammermusikspiel des Geigers zu hören, der sichere Ansatz der Hornistin und vollgriffiges, gesättigtes Klavierspiel. Vom Norweger Håkon Thelin überraschte ein originelles Stück für Horn und Kontrabass: „Melodía de los sueños“. Technisch anspruchsvoll wurden unterschiedliche Spielarten zu rhythmisch spannenden und lyrisch schwebenden Passagen kombiniert.

 Zum Quintett A-Dur, dem „Forellenquintett“ von Franz Schubert vereinten sich die Streicher mit dem Klavier. Schon in den ersten Takten horchte man auf. Was sich da an filigraner Präsenz und an feiner Dynamik auftat, war begeisternd. Die Melodien strömten, die Schubertschen Stimmungsbilder der Variationen berührten das Herz. Eine Interpretation, die nicht nur durch ihre Präzision überzeugte, sondern die auch eindrucksvoll Intensität und Tiefe verströmte. Bravo.