Saarländischer Maler Erwin Steitz gestorben

Maler Erwin Steitz gestorben : Zum Tode des Malers und Zeichners Erwin Steitz

Was eigentlich bleibt bei einem mittelprächtigen Schüler als Erinnerung an seinen Unterricht, seine Lehrer vor Jahrzehnten? Skurrilitäten des Lehrkörpers natürlich.

Manchmal jedoch haftet auch für ein Leben lang Beeindruckendes: Wie etwa sich dieser große, schwere, kraushaarige Mann damals am Sulzbacher Gymnasium lässig auf ein Pult setzte und mit quasi schwerelosem Strich genialisch einen Menschen ins Bild setzte. Frei fegte der Bleistift über den Skizzenblock, chaotisch scheinbar, entfesselt – bis sich plötzlich das Wesentliche kristallisierte, klar wurde. Damit bannte Erwin Steitz, über drei Jahrzehnte lang auch im Brotberuf des Kunsterziehers in der alten Bergbau-Stadt tätig, tatsächlich Schüler-Generationen. Ohne große Worte zu machen. Man konnte verstehen, wenn man ihm nur zusah. Und mancher, wie der Maler Armin Rohr, eiferte ihm dann ja auch nach, wurde Künstler.

Jetzt ist Erwin Steitz gestorben, mit 92 Jahren. Ohne Übertreibung war er eine prägende Erscheinung im hiesigen Kulturleben, eine unaufdringliche, freundliche Instanz aber. Studiert hat der 1927 in Wattweiler (Zweibrücken) Geborene noch an der Saarbrücker Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken – unter anderem bei Boris Kleint. In Karlsruhe setzte er an der Kunstakademie bei Karl Hubbuch sein Studien fort. In den 60ern war er auch Vorsitzender des saarländischen Künstlerbundes.

Steitz’ Arbeiten war durchaus facettenreich: Druck, Radierung, Holzschnitt, auch den Rapidographen, ein von Architekten geschätzter praktischer Stift, nahm er gern zur Hand. Das Zeichnen aber war und blieb das, was Erwin Steitz vor allem etwas bedeutete. Man spürte das, wenn man vor seinen pointierten Porträtstudien stand, die 2004 im Dillinger Schloss zu sehen waren, wo er übrigens auch zu Texten seines Freundes Ludwig Harig Farbholzschnitte zeigte. Manchmal aber waren es auch Arbeiten von kalligraphischer Strenge und Nachdenklichkeit – bevor er dann die Linie wieder in die Freiheit entließ.

Mehr von Saarbrücker Zeitung