Saša Stanišić erhält den Deutschen Buchpreis

Wichtigste Literaturauszeichnung des Buchhandels : Saša Stanišić erhält den Deutschen Buchpreis

Saša Stanišić erhält den Deutschen Buchpreis 2019. Das gab die Jury am Montag in Frankfurt bekannt. Sein Roman „Herkunft“ gilt damit als das beste Buch des Jahres.

Schon 2014 hatte der aus Bosnien stammende Autor mit „Vor dem Fest“ den Preis der Leipziger Buchmesse bekommen.

Der 41-Jährige erzählt in seinem Roman über seine Großmutter, die langsam das Gedächtnis verliert, über die Flucht der Familie während des Bosnien-Kriegs nach Deutschland und behandelt dabei die Frage, welche Rolle Herkunft überhaupt spielt.

„Unter jedem Satz dieses Romans wartet die unverfügbare Herkunft, die gleichzeitig der Antrieb des Erzählens ist“, lautet die Begründung der Jury. „Verfügbar wird sie nur als Fragment, als Fiktion und als Spiel mit den Möglichkeiten der Geschichte.“ Der Autor beweise große Fantasie und verweigere sich „der Chronologie, des Realismus und der formalen Eindeutigkeit“. Am Ende lädt Stanišić den Leser sogar zu einem Spiel ein: Er darf selbst entscheiden, wie die Geschichte weitergeht. „Mit viel Witz setzt er den Narrativen der Geschichtsklitterer seine eigenen Geschichten entgegen“, so die siebenköpfige Jury.

Sie  hatte mehr als 200 aktuelle Titel gesichtet. Der Preis wird seit 2005 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben. Der Sieger erhält 25 000 Euro, die fünf übrigen Autoren der Shortlist jeweils 2500 Euro. Auf dieser Shortlist standen Romane von Raphaela Edelbauer („Das flüssige Land“), Miku Sophie Kühmel („Kintsugi“) und Tonio Schachinger („Nicht wie ihr“), sowie von Jackie Thomae („Brüder“) und Norbert Scheuer („Winterbienen“). Scheuer liest am 30. Oktober im Saarbrücker Schloss (19 Uhr). 

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