Rückgabe von Kolonialobjekten

Rückgabe von Kolonialobjekten : Wissenschaftler fordern freien Zugang zu Museumsdaten

Die Rückgabe von Kolonialobjekten aus deutschen Sammlungen soll aus Sicht internationaler Wissenschaftler durch eine rasche Öffnung der Museums-Inventare gefördert werden. In einem am Donnerstag veröffentlichten Appell an die Kulturminister von Bund und Ländern wird dafür „unbeschränkter und unkontrollierter Zugang“ zu den Bestandsverzeichnissen gefordert.

Die Zahl der möglicherweise in kolonialen Zusammenhängen nach Deutschland gelangten Stücke ist immens. Allein beim Ethnologischen Museum der von Bund und Ländern getragenen Stiftung Preußischer Kulturbesitz geht es um eine halbe Million Objekte.

Die Wissenschaftler bezeichneten es in ihrem Appell als „Skandal, dass es trotz der anhaltenden Debatte noch immer keinen freien Zugang zu den Bestandslisten der öffentlichen Museen in Deutschland gibt“. Kenntnis der Bestände sei die Grundlage für jeden Dialog. „Um Transparenz zu schaffen, sind keine langwierige Datenaufbereitung und abgeschlossene Digitalisierungsprojekte erforderlich.“ Die Arbeit an den Inventaren werde nie fertig sein. „Es gibt keinen Grund zu warten.“

Am Mittwoch hatten Bund und Länder die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle beschlossen, um die Rückgabe von Kolonialobjekten zu vereinfachen. Menschen und Institutionen aus Herkunftsstaaten und betroffenen Gesellschaften können sich dort über Bestände von Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in Deutschland informieren.

Mehr von Saarbrücker Zeitung