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Rio Reiser wurde sieben Jahre lang von der Stasi überwacht.

Nach „nervösem Verhalten“ an der Grenze : Rio Reiser und die Stasi-Spitzel

Der Musiker („Ton Steine Scherben“) wurde sieben Jahre lang von der Stasi überwacht.

Das Ministerium für Staatssicherheit der DDR (MfS) hat einem „Spiegel“-Bericht zufolge sieben Jahre lang den Musiker Rio Reiser, Sänger und Texter der Rockgruppe Ton Steine Scherben, überwacht. Wie das Magazin aus ihm vorliegenden Geheimdienstakten berichtete, erregte der 1950 in West-Berlin als Ralph Möbius geborene Sänger das Interesse der Stasi, als er Ende April 1976 auf der Transitstrecke von West-Berlin nach Lauenburg in Schleswig-Holstein unterwegs war. Als Reiser mit einem Bekannten in dessen Auto an der Grenzübergangsstelle Staaken aus West-Berlin ausreiste, sei das Duo bei der DDR-Grenzkontrolle durch „nervöses Verhalten“ aufgefallen. Die beiden gerieten den Unterlagen zufolge in den Verdacht, als Fluchthelfer unterwegs zu sein. Reiser und sein Fahrer wurden demnach bei einer Pause in Ludwigslust observiert.

Der Stasi-Spitzel notierte dem Bericht zufolge über den Begleiter des Sängers: „Die gesprächsführende Person kann als sehr nervös eingeschätzt werden.“ Das MfS habe Reiser und seinen Begleiter zur Fahndung ausgeschrieben: „Dabei ist auch die Beobachtung notwendig.“

Künftig wurden demnach Transitreisen, Besuche in Ost-Berlin und der polizeiliche Wohnsitz von Reiser in Berlin-Kreuzberg „operativ bearbeitet“. Die Stasi habe vermerkt, dass sie das Umfeld von Reiser aufklären und einen „breiten Personenkreis identifizieren“ konnte. Nach sieben Jahren stellte die Stasi 1983 die Fahndung ein, wie der „Spiegel“ weiter aus den Geheimdienstakten berichtete.