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Neues und ziemlich Leises von Wilco

Neues und ziemlich Leises von Wilco

Kein gemütlicher Trott. Kein wohliges Schmoren im eigenen Saft. Nein, wenn Wilco ein neues Album herausbringen, ist meist mit Veränderungen zu rechnen. Bislang war die Richtung der Chicagoer Band um Jeff Tweedy mit jedem neuen Werk eher konträr zum vorherigen. Das Garagenrockige des vergangenen Albums "Star Wars" klingt zwar jetzt in der rau lärmenderen Single "Locator" an. Aber ansonsten treiben Tweedys introspektive Texte auf dem Album "Schmilco" in einem gemächlich melancholischen Folkfluss, der mitunter sehr persönliche Gedanken anspült. Ganz gleich, ob er sich in "Happiness" an die gestorbene Mutter erinnert oder in "Normal American Kids" in die Jugend schweift. Das Album besitzt zwar nicht den Eigensinn ihrer früheren Folk-Großtat "Yankee-Hotel Foxtrott", doch auch hier verstecken sich einige Unberechenbarkeiten und viele hübsche Einfälle. Wilco entdecken zurückgelehnt die Kraft in der Ruhe, von der knapp über Flüsterlautstärke ein sanfter Sog ausgeht.

Wilco: Schmilco (Indigo).