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Neue Show von "Die Redner"

Premiere in der Alten Feuerwache : „Redner“ verzahnen Steve Jobs mit Columbus

Der Donnerstagabend hielt eine Uraufführung der neuen Produktion von „Die Redner“ in der Alten Feuerwache in Saarbrücken bereit, bei der Steve Jobs und Christoph Columbus im Mittelpunkt stehen.

Gemeinsam mit Alisa Klein an der Posaune (und weiteren Blasinstrumenten) und Manuel Krass am Keyboard inszenieren die beiden Köpfe hinter der Künstlergruppe „Die Redner“ – Florian Penner (Bass) und Oliver Strauch (Schlagzeug) – ihre neue Show „Plus Ultra“. Sie will zeigen, dass „der Mensch in seinem Streben immer weiter gehen will“, so Strauch in einem Vorabvideo. Hierfür haben sich die Macher Reden zweier Forschergeister, die den Lauf der Welt nachhaltig geprägt haben, ausgesucht: Einerseits Jobs – Apple-Gründer, Visionär, Multimilliardär. Andererseits: Seefahrer und Amerika-Entdecker Columbus. In bewährter Redner-Weise werden die Texte der beiden immer wieder nebeneinander gestellt und miteinander kombiniert. 

Im Juni 2005 hielt Jobs eine Rede vor Absolventen der Stanford-Universität. Sein Credo: „Your time is limited, so don’t waste it living someone else’s life. And most important, have the courage to follow your heart and intuition.“ Zum damaligen Zeitpunkt wusste Jobs bereits von seiner Krebserkrankung. Doch egal wie persönlich er in seiner Rede auch wird, stets ist spürbar, mit welcher Neugierde, mit welchem Tatendrang und Willen er bei seinem Tun war. Dies merkt man auch dem Bordbuch von Columbus an. Doch gerade in der Kombination und dem Wechsel mit Jobs Motivationsrede an die Studenten, fällt heute bei Columbus der Wille zur Ausbeutung auf: „Sollten Eure Hoheiten den Befehl erteilen, alle Inselbewohner nach Kastilien zu schaffen oder aber sie auf ihrer eigenen Insel als Sklaven zu halten, so wäre dieser Befehl leicht durchführbar, da man mit einigen fünfzig Mann alle anderen niederhalten und zu allem zwingen könnte.“

Während bei Jobs Rede „Stay hungry, stay foolish“ auf original Tonaufnahmen zurückgegriffen werden kann, müssen „Die Redner“ Columbus‘ mehr als 500 Jahre altes Bordbuch erst wieder erklingen lassen. Das gelingt dem Quartett eindrücklich: Während bei Jobs Rede die Musik einen modernen Anstrich erhält, setzt sie andererseits auf militärischen Rhythmus. Beide Texte werden durch eine Choreografie von Lucyna Zwolinska tänzerisch unterfüttert. Gut funktioniert das erst später. Wie sich Zwolinskas Tanz mit Jobs Worten über seine Krebserkrankung verzahnt, ist ein echter Höhepunkt des Abends. Auch wenn sich das augenöffnende Moment nicht so recht einstellen will: ein sehenswerter, hörenswerter Abend.

Weitere Termine (u.a.): 17.12., 19:30 Uhr, und 18.12, 10 Uhr, in der Alten Feuerwache.