Netflix hat Millionen neuen Abonnenten

Netflix : Oh, wie unschön ist Panama – bei Netflix

Der Streamingdienst hat 6,8 Millionen neue Abonnenten – und juristische Probleme wegen „Die Geldwäscherei“.

Der Streaming-Riese Netflix hat im dritten Quartal dank Hitserien wie „Stranger Things“ wieder etliche neue Kunden hinzugewonnen. Unterm Strich stieg die Anzahl der Bezahl-Abos in den drei Monaten bis Ende September weltweit um 6,8 Millionen, wie der Online-Videodienst mitteilte. Damit blieb Netflix zwar unter seiner eigenen Prognose von sieben Millionen neuen Nutzern, übertraf aber die Markterwartungen. Netflix steht vor dem Start neuer Streaming-Dienste der finanzkräftigen Rivalen Disney und Apple unter Druck. Insgesamt beliefen sich die bezahlten Mitglied­schaften zum Quartalsende auf knapp 158 Millionen.

Dass der Streaming-Dienst von Anfang Juni bis Ende September bei Kunden punkten konnte, war nicht zuletzt „Stranger Things“ zu verdanken. Mit 64 Millionen Zuschauern in den ersten vier Wochen war es laut Netflix die bislang erfolgreichste Staffel der beliebten Mystery-Serie. Im vierten Quartal baut Netflix vor allem auf Filmproduktionen wie etwa Martin Scorseses „The Irishman“ mit den Hollywood-Stars Robert De Niro, Al Pacino und Joe Pesci.

Dem Angriff der Konkurrenten Disney und Apple, deren Video­dienste jeweils im November starten und deutlich weniger kosten als die Abos von Netflix, begegnet der Marktführer demonstrativ selbstbewusst. Die neuen Angebote würden zwar viel Lärm machen und Netflix kurzfristig womöglich belasten, heißt es im Brief an die Aktionäre. Doch kein Wettbewerber habe eine vergleichbare Vielfalt und Qualität, deshalb werde Netflix weiter wachsen.

Rechtlichen Ärger gibt es unterdessen um die Verfilmung des „Panama Papers“-Steuerskandals. Die im Zentrum der Affäre stehende Kanzlei Mossack Fonseca hat bei einem US-Gericht Klage gegen die mit Stars wie Meryl Streep, Gary Oldman, Sharon Stone und Antonio Banderas besetzte Netflix-Produktion „Die Geldwäscherei“ von Regisseur Steven Soderbergh eingereicht. Die Aus­strahlung des bereits auf Filmfestivals in Toronto und Venedig gezeigten Streifens zu verhindern, dürfte jedoch schwierig werden. Netflix stellte am Mittwoch bereits einen Antrag auf Klageabweisung.

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