Sting und Shaggy in Luxemburg: Luxemburg-Karibik vom New Yorker Briten

Sting und Shaggy in Luxemburg : Luxemburg-Karibik vom New Yorker Briten

Sting und sein Kollege Shaggy haben vor der Luxemburger Rockhal ein Open-Air-Konzert gespielt.

() Was hat Gordon Sumner alias Sting, inzwischen 66, musikalisch nicht schon alles probiert: New Wave mit „The Police“, solo Popballaden, maghrebinische Volksmusik („Desert Rose“), ein Weihnachtsalbum und eines mit dem Royal Philharmonic Concert Orchestra. Nun ist er eine Liaison mit dem jamaikanischen Reggae-Popper Shaggy eingegangen. Herausgekommen ist die Karibik-Platte „44/876“.

Klar, dass die beiden damit am sonnigen Samstag eine gute Wahl gewesen sind für ein Open-Air-Konzert vor der Luxemburger Rockhal. Die 9000 Besucher zieht das Duo gleich mit dem Opener in den Bann: „Englishman in New York“. Sting hält mit der E-Gitarre weitgehend seine Position in der Bühnenmitte, während Shaggy hin- und herläuft, den Animateur gibt. Die Setlist umfasst Stücke aus dem neuen Album, die größten Hits aus beider Karrieren, die sie meistens gemeinsam singen. Bisweilen verschmelzen sie ihre Titel zu Medleys, etwa „So lonely“ und „Strength of a Woman“, „Roxanne“ und „Boombastic“ oder „We‘ll be together“ und „Oh Carolina“.

Zwar schweigt Sting das Publikum beharrlich an, zieht es dafür umso mehr durch sein Lächeln, seine großväterlich raue Stimme und seine Fingerfertigkeiten an der Gitarre in seinen Bann. Deutlich wird: Der Brite überragt Shaggy gerade in puncto Stimmvariabilität deutlich. Doch das ist nicht tragisch, beide sind hier ja nicht in einem Casting-Wettkampf, sondern musikalische Gute-Laune-Brüder. Immerhin wirkt es so, wenn Shaggy beim Singen Sting mehrfach eine Hand lässig über die Schulter legt.

Doch ein paar Kleinigkeiten stören: Weder von der Tribüne noch von den Seiten hat man freien Blick auf die Bühne oder die Videowand. Bäume und Laternen stehen im Weg. Auch beginnt das Konzert einige Minuten früher als angekündigt, und  die stimmungsvolle Illumination des Hintergrunds kommt erst ab der Konzerthälfte zum Tragen.

Aber Gänsehautmomente gibt es genug. Für die einen möglicherweise „Shape of my Heart“ oder „Fields of Gold“, für die anderen vielleicht die Zugaben „Every Breath You Take“ oder „Fragile“. Aber eher nicht die Stücke des gemeinsamen Albums: Die sind gut, aber selten brillant.