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Lesetipp zum Welttag des Buches Geschichte der Menschheit

Ein Buch über die Menschheit : Nicht nur für Klugscheißer

Klar, auf den ersten Blick ist es ein Buch für Klugscheißer. Yuval Noah Hararis „Geschichte der Menschheit“ erklärt in einer einfachen und dennoch präzisen Sprache, wie der Mensch zu dem wurde, was er ist.

Oder zu dem, was er glaubt, zu sein. Der Autor führt seine Leser dabei durch die Menschheitsgeschichte, erklärt ihnen die Zusammenhänge, zeigt die großen Widersprüche des Homo Sapiens, seine Vorzüge, seine Nachteile. Darüber hinaus offenbart Harari in seinem Bestseller aber auch, was der Unterschied zwischen einem Maultier und einem Esel ist. So wirft er manchmal vermeintlich unnützes Wissen in unser Hirn, baut auf diesem aber wichtiges Wissen auf. Und verblüfft unsere Denktrommeln gerne mit großen Erkenntnissen. Oder, anders geschrieben: Der Oxfordstudierte Harari sucht zwischen den Zeilen der Menschwerdung keine Antworten auf die großen Fragen des Seins – findet sie aber dennoch.

Warum wir an Götter glauben, an Nationen; an Menschenrechte? Warum vertrauen wir in Geld, in Bücher und Gesetze? Bürokratie, Zeitpläne und Konsum? Und vor allem: Hat uns all dies glücklich gemacht? Und ganz vor allem: Wo soll das alles enden? Soll es das? Wo wollen wir hin? Ein bewegendes Buch. Besonders in Corona-Zeiten, in denen die Menschheit ihre Werte durchschüttelt. 528 Seiten wohl gesetzte Seiten – beileibe nicht nur für Klugscheißer.

Yuval Noah Harari: "Eine kurze Geschichte der Menschheit". Pantheon. 2015. 14,99 Euro.