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Umstrittene Einladung an AfD-nahen Künstler: Leipziger Kunstschau nicht mehr auf der Kippe

Umstrittene Einladung an AfD-nahen Künstler : Leipziger Kunstschau nicht mehr auf der Kippe

Streit wegen Einladung eines AfD-nahen Künstlers.

Die am Wochenende wegen der geplanten Teilnahme eines AfD-nahen Künstlers abgesagte Leipziger Jahresausstellung findet nun doch statt. Sie werde jedoch nicht wie vorgesehen am Donnerstag beginnen, erklärte der Verein Leipziger Jahresausstellung am Mittwoch auf seiner Internetseite. „Die Ausstellung öffnet, wenn alle vorbereitenden Arbeiten abgeschlossen sind“, hieß es dort. Wie „MDR Kultur“ berichtete, soll das Event ohne den umstrittenen Künstler Axel Krause stattfinden.

„Wir freuen uns, Ihnen nun mitteilen zu können, dass die 26. Leipziger Jahresausstellung mit leicht verändertem Ablauf stattfinden wird.“, schrieb der Verein in einer E-Mail. Es werde mit Hochdruck am Prozedere der Preisvergabe und des weiteren Ablaufs gearbeitet. Einladungen sollen demnach ergehen, sobald „ein realistischer Termin“ feststeht.

Die Veranstalter hatten die traditionelle Ausstellung lokaler Künstler in der Leipziger Baumwollspinnerei am Samstag abgesagt. Zu Protesten hatte geführt, dass auf der Leistungsschau von 36 Künstlern auch der Maler Axel Krause ausgestellt werden sollte. Mehrere Künstler drohten mit ihrem Rückzug von der Ausstellung, die vor dem Ersten Weltkrieg ursprünglich von Max Klinger und anderen Leipziger Künstlern gegründet und 1992 wiederbelebt worden war.

Der 1958 in Halle geborene Krause gilt als Vertreter der Neuen Leipziger Schule. In jüngster Zeit soll er durch öffentliche Sympathien für „Pegida“ und die rechtsextremen „Identitären“ aufgefallen sein. Krause ist Mitglied des Kuratoriums der von der AfD gegründeten Desiderius-Erasmus-Stiftung und Unterzeichner der „Charta 2017“ der Dresdner Buchhändlerin Susanne Dagen, in der vor einer „Gesinnungsdiktatur“ in der Gesellschaft gewarnt wird.