Langer Streit um Wiener Welterbe-Status

Massive Kritik an der Stadt : Ultimatum soll Wiener Welterbe-Status retten

Ein Ultimatum soll Wiens Welterbe-Status retten

Die österreichische Regierung setzt die Stadt Wien im Welterbe-Streit unter Druck. Wien müsse bis zum 8. April klarstellen, dass das umstrittene Hochhausprojekt in der geplanten Form nicht kommen werde, sagte Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) gestern in Wien. Die von den Wiener Sozialdemokraten ins Spiel gebrachte zweijährige Nachdenkphase, in der die Pläne nicht umgesetzt werden sollten, werde nicht ausreichen, befand Blümel.

„Das Projekt bedroht eindeutig die Erhaltung und den Wert der Stätte“, teilte die Unesco in einem Bericht mit. Darüber hinaus gehe die Stadt schon seit Jahren nicht angemessen sensibel mit dem Welterbe um. Der „verheerende“ Bericht sei an Deutlichkeit nicht zu überbieten, meinte der Minister. Sollte die rot-grün regierte Stadt nicht von sich aus den Forderungen der Unesco nachkommen, werde der Bund mit einer Weisung an die Kommune reagieren. Die Unesco kritisiert schon seit Jahren die Pläne zum Bau des 66 Meter hohen Gebäudes am Heumarkt in der Nähe der Ringstraße und hatte dringend empfohlen, das Gebäude höchstens 43 Meter hoch zu bauen.