„Godzilla 2“ im Kino : Retten uns die Monster vor dem Klimakollaps?

„Godzilla 2“ ist der dritte amerikanische Kino-Ausflug des mythischen Monsters aus Japan. Der Film bietet viel Radau, stellt aber auch aktuelle Fragen.

Es ist eine Unart – immer öfter belegen Filmverleihe Rezensionen mit einem zeitlichen Embargo, damit die Kritiken zunehmend knapp vor dem Start veröffentlich werden. Um Kritik möglichst lange zurückzuhalten? Jüngster Fall ist nun der Film „Godzilla 2“, den wir wegen des Embargos zum Start nicht in unserer Beilage treff.region vorstellen konnten.

Alles beginnt mit einem markerschütternden Schrei. Dann sehen wir San Francisco im Jahr 2014: Alles brennt, Ruinen über Ruinen. Der Rückblick erinnert daran, dass „Godzilla 2“ ans Geschehen des Vorgängers von 2014 anknüpft. Fünf Jahre schon, so heißt es, habe man von Godzilla nichts gehört. Wo sich das Meeresmonster in dieser Zeit versteckt gehalten hat, das ist eine der Fragen, die diesen Film antreiben. Bevor wir Godzilla tatsächlich zu Gesicht bekommen, bricht eine wahre Monster-Epidemie aus: An allen möglichen Orten auf dem Globus (darunter auch München) wüten Ungeheuer. Soll man sie alle töten, wie dies ein Wissenschaftler fordert, oder ihre Kraft nutzen, um damit eine neue, eine friedliche und ökologischere Gesellschaft zu bauen? „Godzilla 2“ wartet mit schnellen  Schnitten, Wackelbildern und viel Lärm auf. Die verwaschen-farbentsättigten Bilder mit vielen Grau-, Weiß- und hellen Blautönen erinnern ein wenig an die Schwarz-Weiß-Ästhetik der frühen japanischen Godzilla-Filme.

Allzu viel an visuellen Einfällen hat der Film aber nicht im Portfolio. Dafür gibt es Action pur – und zu wenige Momente des Innehaltens. Die Menge an Querverweisen indes ist so üppig, dass sich in diesem Spektakel Fans von „Game of Thrones“ (Godzilla bekommt es mit einem mehrköpfigen Drachen zu tun), von „Jurassic Park“, von „Pacific Rim“ und auch vom Riesenaffen King Kong wohlfühlen dürften.

Auf schauspielerischer Ebene sind es vor allem Frauengesichter, die nachwirken: Sally Hawkins und Vera Farmiga als Naturschützerin. Fast sämtliche männliche Akteure wirken wie Abziehbilder oder Karikaturen. Nur selten, dass man den Kerlen mal eine Regung, einen Gesichtsausdruck wirklich abnimmt. Am ehesten noch bei Ken Watanabe als Forscher. Viele Momente hier sind von nicht intendierter Komik, die Aussagen aber, die Fragen, die diesen Film grundieren, sind von großer Aktualität, ja Dringlichkeit: Welche Rolle, wenn überhaupt, kann der Mensch spielen bei der Rettung der Welt? Heiligt der hehre Zweck jedes Mittel?  Schon der erste „Godzilla“ von 1954 war ürigens als politische Metapher angelegt. Damals noch zum Thema Atomkrieg.

In vielen Kinos der Region.