1. Nachrichten
  2. Kultur

Jason Seizer lässt den Jazz der Filmmusik aufleben

Zwischen Vertigo und dem schwarzen Falken : Jason Seizer lässt den Jazz der Filmmusik aufleben

Jason Seizer hegt eine nostalgische Ader: für den längst zeitlosen Modern Jazz, der in der Mitte des 20. Jahrhunderts das Licht der Welt erblickte, und für das Hollywood jener Ära, seine Filme und Soundtracks.

„Vertigo“, das neue Album des Saxofonisten und Produzenten aus Stuttgart, fügt zum titelgebenden „Vertigo Love Theme“ des Hitchcock-Komponisten Bernard Herrmann unter anderem Max Steiners Noten zum John-Wayne-Western „Der schwarze Falke“ oder Leonard Bernsteins Musik zum Dockarbeiter-Drama „Die Faust im Nacken“. Hinzu gesellen sich Originale aus der Feder Seizers und seines Pianisten Pablo Held, deren Ideen gleichfalls unmittelbar ansprechen.

Wichtiger als das Was ist im Jazz meist das Wie, und auch da lassen Seizer und die Seinen kaum Wünsche offen: Wenn sich das Quartett der Filmpartitur-Bearbeitungen im Kammerformat annimmt, wird musikalisch kommuniziert – improvisatorischer Pepp und kultiviertes Miteinander gehen Hand in Hand. Mit sensibler Anschlagstechnik spielt Pablo Held in der gleichen Ausdrucks-Liga wie Combochef Seizer, dessen edel timbriertem Saxofon das Album viel von seiner melancholischen Stimmung verdankt. Nicht minder substantiell gestaltet sich das federnde Swingen und Grooven von Jonas Westergaard (Kontrabass) und Fabian Arends (Schlagzeug): Sie lassen selbst knifflige Rhythmusmanöver organisch klingen und unterstreichen jene Aura des mühelos Leichten und Tänzerischen, die diese Scheibe auszeichnet – bei der sich Live-Atmosphäre und Studio-Klangqualität paaren.

Jason Seizer „Vertigo“, Live-CD (Pirouet Records)