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In der Kultgiesserei Dudweiler begeisterte die Neunkircher Band InMitten

Kultgießerei Dudweiler : Sphärische Klänge in kultiger Industrie-Kulisse

Die Kultgiesserei Dudweiler meldet sich nach Corona-Zwangspause mit der Neunkircher Band InMitten zurück.

Mit sphärischen Klängen und der Neunkircher Band InMitten fand am Freitag die reichlich späte Saisoneröffnung in der „Kultgiesserei“ Dudweiler statt. „Corona hat uns sehr gebeutelt“, so Thomas Schumacher vom Verein „Kultgiesserei“. „Im letzten Jahr hatten wir hier insgesamt 16 Veranstaltungen. Diese ist nun unsere erste für dieses Jahr.“

Die Freude darüber, dass es nun endlich wieder Veranstaltungen auf dem Gelände der alten Gießerei gibt, kann man Schumacher ansehen. Jedoch: „Für diesen Abend legen wir unterm Strich drauf. Aber Hauptsache, es geht noch mal los.“

Die „Kultgiesserei“ ist als Veranstaltungsort einfach zu besonders, um nicht genutzt zu werden: Der Industrie-Charme aus freiliegenden Lüftungsschächten, der Stahlträgerkonstruktion unter dem Dach und alten Spinden, an denen der Rost nagt, macht die Putzhalle der ehemaligen Dudweiler Eisengießerei als Kulturschauplatz spannend und sehenswert. Dem blauen Gebotsschild an der Wand mit dem gut gemeinten Rat, sich in der Putzhalle besser einen Gehörschutz anzuziehen, sollte man heute jedoch keinen Glauben schenken – man würde etwas verpassen.

Denn dass Francesco Cottone (Piano, Synthesizer, Gesang), Hannah Neumann (Violine, Piano, Gesang) und Amby Schillo (Cello, Percussion, Gesang) regelrechte Klangfetischisten sind, sollte hinlänglich bekannt sein. Auch diesmal hat das Trio einen hervorragenden Sound, selbst wenn die Geige von Neumann bisweilen zu sehr heraussticht.

Mit zarten Klaviertönen und verhallten Beats von Cottone beginnen InMitten ihr „erstes Konzert seit… Sie wissen schon: Voldemort“. Spätestens nachdem Schillo und Neumann mit ihren Streichinstrumenten in den Song eingestiegen sind, ist der Zuschauer mittendrin in ihrer abendfüllenden musikalischen Reise. Denn da den elf Stücken die sie untermalenden, sphärischen, sanften, langgezogenen und warmen Klänge inhärent sind, erscheinen die Lieder wie aus einem Guss und entfalten eine sogartige Wirkung.

Dabei ist es egal, ob es sich um Eigen- oder Fremdkompositionen von Ólafur Arnalds, Coldplay oder Peter Gabriel handelt. InMittens Mischung aus analoger und digitaler Musik, gepaart mit dem immer wieder raffinierten, dreistimmigen Gesang lässt Musik entstehen, die sich wie eine warme Decke um den Hörer legt – bis dieser sich „inmitten“ der Musik befindet. Mit „Layers of Life“ schafft das Trio zum Abschluss noch einmal durch Vielschichtigkeit, Abwechslung und Neumanns presto gezupfter Violine eine Steigerung – und einen gelungenen Saisonstart für die „Kultgiesserei“. Am Sonntag, 27. September, folgt dort der „Tag der Bildenden Kunst 2020“.