Gute Neuigkeiten bei den Saarbrücker Überzwergen

Gute Neuigkeiten bei den Saarbrücker Überzwergen

Steigende Auslastungszahlen und ein erhöhter Landeszuschuss: Das Saarbrücker Kinder- und Jugendtheater Überzwerg schließt seine Spielzeit positiv ab und weckt schon mal einige Erwartungen für die kommende, die gleich drei Uraufführungen bietet.

Die aktuelle Spielzeit ist nicht mal ganz vorbei, doch schon jetzt liegen die Auslastungszahlen der Saarbrücker Überzwerge deutlich über denen der Spielzeit 2014/15. Das zeigt die ungebrochene Popularität des - wie es auf der Internetseite des Theaters werkewirksam eingeblendet wird - "größten professionellen Kinder-, Jugend- und Familientheaters im Saarland und in Rheinland-Pfalz". Bis Ende Juni zählte man 17 129 Zuschauer in insgesamt 225 Aufführungen - das sind 2323 mehr als in der letzten Spielzeit, ein Plus von gut 13 Prozent. Wobei das Vorjahr wegen zahlreicher Krankheitsfälle und daher abgesagter Vorstellungen schwächer ausfiel als üblich. Die Auslastung der Theatersaison 2015/16 kann sich jedenfalls sehen lassen (80 Prozent auf der Haupt-, 88 Prozent auf der Probebühne).

Der kommenden Spielzeit als Motto vorangestellt ist ein Zitat aus Nikos Kazantzakis' kämpferischem Roman "Alexis Sorbas", das Courage einfordert: "Leben heißt, den Gürtel enger schnallen und Ausschau halten nach Schwierigkeiten." Eine davon ist die siamesisch verbundene Langzeitaufgabe Integration der Flüchtlinge im Gegensatz zur Toleranz der Deutschen. In ihrer Eröffnungspremiere (11. September) nehmen sich die Überzwerge des derzeit omnipräsenten Migrationsthemas mit der Uraufführung des Stücks "Denk ich an D" an, das die in Bonn lebende Autorin Corinna Sigmund mit der Bühne entwickelt. Für die Jüngsten ist die zweite Uraufführung gedacht, eine Theaterfassung von Gioconda Bellis und Wolf Erlbruchs hinreißendem Bilderbuch "Die Werkstatt der Schmetterlinge" (ab 20. November). Als dritte steht der von Edith Ehrhardt eingerichtete Liederabend "Der Feminist" auf dem Programm (Juni 2017). Die fünf Neuproduktionen komplettieren Ingeborg von Zadows "Ich und Du" (ab 29. Januar) über zwei sehr unterschiedliche Jungs (Ziggy bleibt lieber in Deckung, während Doodle kein Risiko scheut) und Ulrich Hubs Lessing-Fortschreibung "Nathans Kinder" (ab 5. März).

Dass die Überzwerge im Vorjahr laut und vernehmlich klagten, dass die seinerzeit eingefrorenen Landesmittel Tariferhöhungen für ihre (ohnedies karg entlohnten) Schauspieler nicht zuließen, hat dankenswerterweise Früchte getragen: Das Land hat seine Fördersumme 2016 auf 768 000 Euro erhöht (31 000 mehr als 2015) und wird 2017 weitere 10 000 Euro drauflegen. Nimmt man hinzu, dass die Überzwerge seit März eine zusätzliche halbe Theaterpädagogen-Planstelle bekommen haben, wird klar, dass zumindest sie vorerst den Gürtel nicht enger schnallen müssen. Verdientermaßen.

Spielzeiteröffnung am 4. September (ab 15 Uhr) mit einem traditionellen Hoffest (Saarbrücken, Erich Kästner Platz 1).