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Musikfestival: Götz Widmann: Politisch unkorrektes Rambazamba

Musikfestival : Götz Widmann: Politisch unkorrektes Rambazamba

( Ein dem Anschein nach links-alternatives Publikum, das einem Liedermacher lauscht, der allein mit der Gitarre spielt – dieses Szenario erinnert an die 60er Jahre als Reinhard Mey, Hannes Wader oder Franz Josef Degenhardt populär wurden.

( Ein dem Anschein nach links-alternatives Publikum, das einem Liedermacher lauscht, der allein mit der Gitarre spielt – dieses Szenario erinnert an die 60er Jahre als Reinhard Mey, Hannes Wader oder Franz Josef Degenhardt populär wurden.

Bei Götz Widmann ist die politische Stoßrichtung ähnlich, doch sein Stil ist härter, sowohl stimmlich als auch auf der Gitarre. Außerdem thematisiert er weniger den Weltfrieden, als die Fleischeslust. Ob er nun den Vergleich zieht zwischen dem Kampf junger Meeresschildkröten auf dem Weg ins Wasser und jenen der menschlichen Spermien um die Ankunft an der Eizelle oder sich eine halbe Million Latinas wünscht als Ausgleich zu den überwiegend männlichen Flüchtlingen. Dem Flüchtlings-Song schickt er voraus, dass er oft darauf angesprochen werde, dass dieser nicht politisch korrekt sei. Wichmanns Gegenargument: Die Gefahr des Rechtsradikalismus sei dort am größten, wo Männerüberschuss herrsche. Und so reimt der Liedermacher: „Für jeden Syrer, Marokkaner, Kosovo-Albaner eine Beauty-Queen von der Copacabana“. Das kommt bei den 180 Zuhörern im ausverkauften  Kleinen Klub der Saarbrücker Garage gut an.

Am Ende gibt es noch einige Songs seines früheren Duos Joint Venture. Dann fordert Widmann seine Fans auf, ihn auszubuhen – und belohnt sie mit fünf weiteren Zugaben.