Fotograf Robert Frank ist tot.

Fotografie : Er hielt Amerika den Spiegel vor

Der US-amerikanische Fotograf Robert Frank ist tot. Sein Werk „The Americans“ beeinflusste viele Kollegen.

Wenn Henri Cartier-Bresson der Klassiker der Fotografie des 20. Jahrhunderts war, dann war Robert Frank der Revolutionär. Mit seinem Buch „Die Amerikaner“, erschienen 1958 in Paris, begann eine neue Epoche der Fotografie. In den USA wollte es zunächst niemand drucken, zu dokumentarisch-aufrichtig, zu düster-poetisch, zu persönlich-expressiv war sein Blick auf die USA. Jack Kerouac, Poet der Beat Generation, schrieb im Vorwort: „Robert Frank hat aus Amerika ein trauriges Gedicht gesogen und es auf Film gebannt und damit einen Platz unter den tragischen Dichtern der Welt errungen.“ Nun ist der Fotograf im Alter von 94 Jahren in Kanada gestorben, wie die „New York Times“ am Dienstag unter Berufung auf Franks Galeristen Peter MacGill berichtete.

Robert Frank kam 1924 in Zürich zur Welt und wanderte 1947 in die USA aus, wo er als Fotoreporter und Modefotograf arbeitete. 1955/56 konnte er mit einem Guggenheim-Stipendium eine große Reise durch das Land machen. Das Ergebnis war das Buch „Die Amerikaner“ („The Americans“), das 1959 dann auch in den USA herauskam. Frank zeigt das Amerika der kleinen Leute, der Zukurzgekommenen, der hastigen Esser in einem Schnellrestaurant, der Trauernden bei einer Beerdigung, der Einsamen vor einer Jukebox.

Der Band „Die Amerikaner“ ist eine vollkommene Komposition, er hat bis heute seine Kraft bewahrt, ist in immer wieder neuen Ausgaben erschienen, er hat viele Fotografen beeinflusst.

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