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Festival von Cannes zeigt keine Filme, vergibt aber Gütesiegel.

Festival in Cannes : Fassbinder, Polizeigewalt und die Krise mit 50

Das Festival von Cannes findet in diesem Jahr nicht statt – aber es vergibt Gütesiegel an Filme, die an der Croisette gelaufen wären.

Wegen der Corona-Pandemie findet das Filmfestival im südfranzösischen Cannes in diesem Jahr nur virtuell statt (wir haben berichtet). Nun hat das Festival die Filme vorgestellt, die dieses Jahr mit dem Gütesiegel „Cannes 2020“ in die Kinos kommen und bei anderen Festivals laufen sollen. Unter ihnen ist das Drama „Enfant Terrible“ des deutschen Regisseurs Oskar Roehler. Der Film erzählt episodenhaft aus dem Leben des 1982 verstorbenen deutschen Filmemachers Rainer Werner Fassbinder mit Oliver Masucci in der Hauptrolle. Der Film soll in Deutschland im Oktober in die Kinos kommen.

Mit der Auswahl von insgesamt 56 Filmen, die der künstlerische Leiter Thierry Frémaux auf Dailymotion und Youtube am Mittwochabend vorstellte, will das Festival die Werke fördern. Mit der Liste wolle man bekannt geben, welche Filme das Festival gesehen und gemocht hat, um so deren Veröffentlichung in Kinos und bei Festivals zu erleichtern, erklärte Frémaux im Vorfeld. Cannes ist weltweit eines der wichtigsten Branchenereignisse.

In die offizielle Auswahl sind neben vielen neuen Namen wieder Regisseure gekommen, die zu den Stammgästen in Cannes gehören, darunter Wes Anderson mit „The French Dispatch“. Der Film soll von einer fiktiven Stadt in Frankreich handeln. In den Hauptrollen sind unter anderem Bill Murray, Tilda Swinton und Timothée Chalamet zu sehen. Von den französischen Regisseuren ist François Ozon mit „Été 1985“ vertreten, der von der Liebe zweier homosexueller Jugendlicher erzählt.

Der britische Regisseur und Künstler Steve McQueen, der für „12 Years a Slave“ 2014 den Oscar für den besten Film erhielt, ist gleich mit zwei Produktionen präsent. „Lovers Rock“ handelt von der dunkelhäutigen Londoner Gemeinde und spielt in den 1970er Jahren, „Mangrove“ thematisiert Polizeigewalt gegenüber der schwarzen Bevölkerung.

Mit einem Drama über die Krise mit 50 hat es der Däne Thomas Vinterberg in die Auswahl geschafft. In dem Film „Druk“ spielt Mads Mikkelsen die Hauptrolle.

Es seien 2067 Spielfilme eingereicht worden, sagte Frémaux. Ein Rekord. Deshalb sei die Form der 73. Ausgabe in Form einer Empfehlungsliste auch das Mindeste, was das Festival habe tun können.

Auf die herkömmlichen Kategorien wie „Wettbewerb“ oder „Außer Konkurrenz“ haben die Organisatoren in diesem Jahr verzichtet. Wegen der Pandemie strebt Cannes ein Bündnis mit den Internationalen Filmfestspielen von Venedig an, die ab dem 2. September stattfinden sollen.

Alle Filme unter
www.festival-cannes.com