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Festival "Legenden der Kinoleidenschaft"

Saarbrücker Filmhaus : Spiel mir das Lied vom Klassiker

Das Saarbrücker Filmhaus zeigt ab Donnerstag unter dem Motto „Legenden der Kinoleidenschaft“ an 14 Tagen 14 Filmklassiker.

Manche Leserinnen und Leser werden sich erinnern: In den 1970ern und 1980ern hingen im Sommer oft verheißungsvolle gelbe Zettel (mit rotem Rand) in den Schaukästen der Kinos – voll mit Filmtiteln. Denn manche Kinos boten im Sommer ein Klassiker-Festival an: jeden Tag einen Film, jeden Tag einen verdienten Klassiker. Über Wochen. Und so konnte man Perlen der Filmgeschichte noch einmal auf der großen Leinwand sehen, nicht auf dem damals noch kleinen Fernseher (im wenig Kino-konformen 4:3-Format). „Papillon“ und „2001“, „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Flammendes Inferno“, „Ben Hur“, einen älteren James Bond, Disney-Filme oder auch den „Weißen Hai“ – Letzteres allerdings keine gute Idee, wenn man nach dem Film noch schnell ins Freibad wollte. Da blieb man aus Furcht doch lieber erstmal am Beckenrand sitzen.

Himmlische Kinotage waren das. Doch diese Repertoire- und Klassikerpflege ist längst aus der Mode gekommen (wenn auch nicht in den Programmkinos). Durch Heimkino, die simple Verfügbarkeit per DVD und Streaming – nicht zuletzt auch durch die enorme Masse an Filmstarts. Die allerdings sind zurzeit stark gebremst, weil die Verleihe wegen der Kinoschließungen und des zögerlichen Wiederanlaufens des Betriebs viele Termine verschoben haben – „Tenet“ etwa, der neue Film von Christopher Nolan („Inception“), für viele Kinobetreiber ein Hoffnungsschimmer in schwieriger Zeit, wurde dann doch nochmal verschoben, wenn auch nur um zwei Wochen von Mitte Juli bis Anfang August.

Das Saarbrücker Filmhaus macht nun aus der Not der kargen Filmstarts eine Tugend der Klassikerpflege: Von diesem Donnerstag an bis zum 1. Juli sind unter dem Motto „Legenden der Kinoleidenschaft“ täglich wechselnd 14 Filme zu sehen, von den späten 1960ern bis ins Jahr 2010. Mit dem düsteren Krimi „No Country for Old Men“ von den Coen-Brüdern beginnt die Reihe am Donnerstag, „Jenseits von Afrika“ schließt sich an – es folgen unter anderem „Forrest Gump“, „Gefährliche Liebschaften“, „Inception“ (der jüngste Film, von 2010), „Der einzige Zeuge“, zwei Filme von Stanley Kubrick („Shining“ und „Uhrwerk Orange“), „Goodfellas“, „Hundstage“ und „Blade Runner“. Drei Filme laufen im Original mit Untertiteln: „Der einzige Zeuge“, „Shining“ und „Down by Law“ von Jim Jarmusch.

„Die Brücken am Fluss“ mit Meryl Streep läuft am 30. Juni. Mit ihr ist auch „Jenseits von Afrika zu sehen“. Foto: RTL2/rtl

Das Festival endet mit „Die Brücken am Fluss“ von und mit Clint Eastwood (dem das Kino Achteinhalb ab diesem Mittwoch eine Retrospektive widmet) und jenem Klassiker, der auch in den 70ern und 80ern jedes Klassiker-Festival bestückte: Sergio Leones „Spiel mir das Lied vom Tod“, einem jener Filme, für die die große Leinwand erfunden wurde.

Das gesamte Programm, Karten und Infos unter: www.filmhaus-sb.de