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Neues Klassik-Album
Mit Bach in den Himmel fahren

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kul-bach FOTO: Rondeau
Saarbrücken. Gleichermaßen frische wie besinnliche Bachsche Klänge zur Pfingstzeit bringen der Gutenberg-Kammerchor und das Neumeyer Consort ins traute Heim. Die Gesamtregie liegt in Händen des aus dem Saarland stammenden Dirigenten, Cellisten und Musikpä­dagogen Felix Koch, Professor für Alte Musik und Musikvermittlung an der Musikhochschule Mainz – gemeinsam waren sie gerade bei den Tagen Alter Musik im Saarland (Tamis) zu Gast. Von Stefan Uhrmacher


Titelgebend ist  Bachs selten zu hörendes, halbstündiges „Himmelfahrts-Oratorium“ BWV 11 (1735), früher als Kantate „Lobet Gott in seinen Reichen“ bekannt. Hinzu gesellen sich die Kantaten „Wer da gläubet und getauft wird“ BWV 37 (1724; für Himmelfahrt) und „O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe“ BWV 34 (um 1740; Pfingsten). Live-Charakter und Authentizitäts-Anspruch prägen die Einspielung: Das historische Instrumentarium erklingt in einem stattlichen Kirchenraum, der beträchtliche Nachhall verleiht den mit Pauken und Trompeten aufwartenden festlichen Tutti-Passagen mit Chor einen unaufdringlichen, majestätischen Glanz – Kochs schwungvoller  Zugriff tut ein Übriges. Geradezu ätherisch schwerelos klingen manche Beiträge der gediegenen jungen Sangesriege aus Jasmin Hörner (Sopran), Julien Freymuth (Countertenor), Christian Rathgeber (Tenor) und Christian Wagner (Bass). Dass die Lautstärkeverhältnisse der Soli nicht immer optimal austariert sind, scheint der Live-Aura geschuldet und verstärkt den Eindruck, dass bei dieser filigranen und sensiblen Interpretation tatsächlich ohne Netz und doppelten Boden musiziert wurde.

Johann Sebastian Bach: „Himmelfahrts-Oratorium“ u.a. (Rondeau-Prod.).