Eine Jury entscheidet über das neue Musikfestival im Saarland

Jury für neues Musikfestival : Neues Musikfestival Saar: Alle Macht der Jury

Minister Ulrich Commerçon beruft Fachleute, die über Konzept und Festivalleitung entscheiden sollen. 2020 ist die erste Ausgabe geplant.

Die Kunst braucht Freiheit, das ist eine viel geäußerte Überzeugung von Kultusminister Ulrich Commerçon (SPD). Nun wendet er sie konsequent auch für sich an. Er will die Entscheidungen über das neue große Musikfestival, das 2020 an den Start gehen soll, nicht alleine treffen. Wie er auf SZ-Nachfrage mitteilt, wird er nicht selbst über das neue Konzept und den Festivalleiter entscheiden, sondern hat für den Auswahlprozess eine fünfköpfige Profi-Jury berufen.

 „Das Wohl und Wehe eines Festivals muss nicht immer vom Minister allein abhängen.“ In der Jury vertreten sind Stephanie Thiersch (Festival Mouvoir, Köln), die Saarbrücker Perspectives-Chefin Sylvie Hamard (Opéra de Versailles), Patrice Hourbette, bis Ende 2018 Direktor von lx.music (Luxemburg), Professor Sebastian Nordmann, Intendant des Konzerthauses Berlin und Hans-Peter Schneider, Geschäftsführer der Messe Bremen und Veranstalter von „Jazzahead“.

Wie bereits mehrfach berichtet, werden im  neuen spartenübergreifenden Festival, das alle zwei Jahre stattfinden soll,  zwei Festivals fusionieren: ein nie in Gang gekommenes neues Klassikfestival, das die Staatskanzlei fördern wollte, und das Popfestival „Colors of Pop“, das Commerçon 2017 aus der Taufe hob. Letzteres wurde nach der nur mäßig erfolgreichen Erstausgabe 2018 wieder gestoppt. Ein Kritikpunkt unter anderen war, das Kultusministerium habe der Festivalleitung zu viele inhaltliche Vorgaben gemacht. In Folge einigten sich Staatskanzlei und Kultusministerium auf ein neues Cross-Over-Festival für U- und E-Musik.

  Als Basisfinanzierung für das neue Event sind nun 600 000 Euro vorgesehen, zusätzlich sollen Ticketeinnahmen von rund 100 000 Euro und Sponsormittel in Mindesthöhe von 100 000 Euro hinzukommen. „Wir bündeln die Ressourcen“, so der Minister. Organisatorisch wird das neue Musikfestival an die Stiftung für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit (Saarbrücken) angedockt, unter deren Dach bereits das Theaterfestival Perspectives läuft.

Für den Festival-Neuzugang wird über eine Ausschreibung nach einem Chef gesucht. Bewerber müssen mit Ideen überzeugen, diese Vorgehensweise  wurde bereits im Sommer 2018 verkündet. Laut Commerçon ist der Entwurf für die Ausschreibung jetzt fertig. Bis Ende Februar soll die Abstimmung im Ministerrat erfolgen.

Das Festival hat bisher weder einen Namen noch ein Logo noch ein klares Profil. Als Markenkern soll jedoch die Ausrichtung von „Colors of Pop“ bleiben: urban, grenzüberschreitend, am Nachwuchs und neuen Musikstilen orientiert.

Wie die SZ aus sicherer Quelle erfuhr, wird die Jury erstmals im März tagen.

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