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Dotiert mit 50 000 Euro.

Literaturpreis : Nora Bossong erhält Breitbach-Preis

  Der mit 50 000 Euro dotierte Joseph-Breitbach-Preis geht in diesem Jahr an die Autorin Nora Bossong. Die 38-Jährige sei eine „Poetin, die ihre eminenten Möglichkeiten zur Versprachlichung von Welt als Verpflichtung nimmt, sich den großen Themen zu stellen“, teilte die Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz am Dienstag mit.

Ihr Werk sei zwar in jeder Zeile politisch, aber moralisiere nicht.

Bossong widme sich den Irrungen und Wirrungen eines eurozentrischen Jahrhunderts, die Protagonisten ihrer Romane seien unterschiedliche Frauen und Männer – vom Diplomaten in „Webers Protokoll“ aus dem Jahr 2009 über einen Textilfabrikanten und seine Tochter in „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ (2012) bis hin zu einer UN-Mitarbeiterin in „Schutzzone“ von 2019. „Schutzzone“ war auch auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2019.

 Erhalten soll die 1982 in Bremen geborene und in Berlin lebende Bossong den Preis am 25. September in Koblenz. Sie studierte Kulturwissenschaften, Philosophie und Komparatistik und erhielt schon mehrfach bekannte Auszeichnungen, etwa kürzlich den mit 25 000 Euro dotierten Thomas-Mann-Preis der Stadt Lübeck. Der Joseph-Breitbach-Preis erinnert an den gleichnamigen deutsch-französischen Schriftsteller und Publizisten (1903-1980) aus Koblenz, der seit 1929 überwiegend in Frankreich lebte. Die nach ihm benannte Auszeichnung erhielten in der Vergangenheit unter anderem schon Arno Geiger, Brigitte Kronauer, Ilse Aichinger, Ingo Schulze, Dieter Wellershoff, Herta Müller, Raoul Schrott und Ursula Krechel.