Diskussion über jüdisches Leben und Kultur

„Offenes Bild des Judentums“ : Diskussion über jüdisches Leben und Kultur

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, wünscht sich mehr Aufmerksamkeit für das kulturelle Leben des Judentums jenseits des Holocaust-Gedenkens.

„Wir wollen ein offenes Bild des Judentums präsentieren“, sagte er bei einer Podiumsdiskussion zum Miteinander von Juden und Christen in Köln. Dieses Miteinander sei zu großen Teilen geprägt durch das Gedenken an den Holocaust sowie durch Debatten über die Kämpfe im Nahen Osten. Dabei definiere sich das Judentum durch mehr und habe sich insbesondere seit der Zuwanderung aus dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien in den 1990er Jahren positiv entwickelt.

Lehrer erklärte, viele kulturelle Veranstaltungen der jüdischen Gemeinden seien öffentlich zugänglich, auch wenn man auf die Sicherheitsmaßnahmen rund um jüdische Gebäude derzeit nicht verzichten könne. Es gelte zu verdeutlichen, was Religionen ausmache und wie sie die Gesellschaft vorangebracht hätten. Das Werben „für Toleranz und Respekt“ sei sehr wichtig. Der Vorstandsvorsitzende der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Jürgen Wilhelm, fügte hinzu: „Wenn wir den Mund aufmachen, hat Antisemitismus eine viel kleinere Chance.“Lehrer und der Kölner Weihbischof Rolf Steinhäuser betonten die Wichtigkeit des interreligiösen Austauschs.

Die Diskussion war Teil der Veranstaltungsreihe „Auf ein Wort mit Jacques Offenbach“. Der Komponist wurde am 20. Juni 1819 in Köln geboren und am starb 5. Juni 1880 in Paris.